Gelesen von Daniel Minetti
Text zur Installation PLAN B in der Pfƶrtnerloge Krefeld
āDie Hummeln sehen alle aus,
als ob sie Olga hieĆen.
Sie haben einen weiĆen Flaus
Und wissen zu genieĆen.
Ich gƶnne ihnen den Genuss.
Selbst kenn ich manche Plage.
Steh` oft auf mit dem falschen FuĆ,
bedau`re meine Lage.
Du Mensch, ganz nebenbei,
wirst nie der Hummel Flug erreichen.
Sofern du Olga heiĆest,
sei zufrieden ihr zu gleichen. (umgedichtet nach dem Gedicht von Christian Morgenstern ādie Mƶven)
Um ehrlich zu sein, hummeln auch die Hummeln nicht nur glücklich in Blütenkelchen herum, nein, auch sie haben ihre Plagen. Sie sitzen ja mit uns sozusagen im gleichen Boot und das nicht nur durch den Umstand, dass wir zusammen in dem einen ā so glaubte noch Albert Einstein ā Universum leben. Nein, wir leben mit ihr zusammen, sogar in einem der unzƤhlig vielen Universen, und zwar in einem derer, die es eigentlich gar nicht wirklich geben kann, weil sie nur Teil der wabernden dunklen Materie sind, die 70 % des Multiuniversums ausmacht.
Gelesen von Daniel Minetti
Ausstellung 10 X BBK Werner JƤger Halle Nettetal
āHell dunkel
Nicht das Licht ist das GrundsƤtzliche, sondern die Dunkelheit.
ā
Das Licht ist die Ausnahme und sehr ungleichmƤĆig verteilt.
Nicht das Endliche ist das GrundsƤtzliche, sondern das Unendliche.
ā
Das Endliche ist die Ausnahme. Wir sind Ausnahmen. Es gab Zeiten, in denen das Universum still war. Die Wellen schlugen lautlos ans Ufer, das Gewitter hatte keinen Ton, die Luft stürmte geräuschlos, Erdbeben und Vulkanausbrüche trugen sich in aller Stille zu.
Erst mit der Entwicklung von Hörorganen bekamen diese und andere Ereignisse einen Klang und sind für die, die hören können, untrennbar damit verbunden.
ā
Weit vorher gab es sogar noch Zeiten, in denen Sonnen nicht schienen und dadurch die Monde im Dunkeln lagen, Blitze nicht leuchteten und Glühwürmchen nicht gefunkelt hätten, wenn es sie da schon gegeben hätte. Erst seit der Entstehung von Sehorganen wurde geschienen, gefunkelt, geleuchtet und geblitzt.
Sehr verehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen, liebe Freunde,
Vom Punkt ins Universum und zurück
ich freue mich, sie alle hier begrüĆen zu kƶnnen, in dieser schƶnen Ausstellung, die ich selbst heute Abend zum ersten Mal sehe. Das kommt daher, dass wir, der Berufsverband bildender Künstler Niederrhein in diesem Sommer an zwei Fronten gekƤmpft haben: in Krefeld wurde vor drei Wochen eine sehr aufwendige Performance gezeigt und die Gelderner Ausstellung vom letzten Jahr in verkleinerter Auflage nach Krefeld übertragen. Diese Ausstellung in der Werner JƤger Halle wurde zur gleichen Zeit von einem andern Teil des Vorstandsteams vorbereitet und, wie mein Eindruck ist, sehr erfolgreich. Hier mƶchte ich einen internen Dank aussprechen an Manfred Mangold, der sich schon lange für diese Ausstellung eingesetzt hat und an Jürgen Küster, der ganz maĆgeblich an der Vorbereitung beteiligt war.
Aber ganz besonders muss ich mich natürlich bei der Stadt Nettetal, die hier durch ihren Bürgermeister Herrn Christian Wagner offiziell vertreten ist und bei Herrn X bedanken, die dies trotz nicht zu unterschätzender Schwierigkeiten, Schwierigkeiten, unter denen unsere Städte z.Zt alle zu leiden haben, dennoch möglich gemacht haben.
ā künstlerisches Energiezentrum im technischen Energiezentrum der Stadt Krefeld ā
Rede zur Ausstellung im Küchenstudio Hoster
Dieses durchaus reizvolle Bild passt sowohl zur Persönlichkeit wie auch zum Werk vom Künstler Caco.
Als ein Mensch mit Energieüberschuss, unternimmt er den Versuch, den energetischen Zustand der Schƶpfung sichtbar zu machen. Dies führt ihn in seinen Arbeiten inhaltlich zu einem Ā Pendeln zwischen Mikro- und Makrokosmos, zur āFeinstofflichkeitā aller Materie, womit er einen Begriff von Joseph Beuys aufgreift, als dessen Schüler er sich empfindet.
Die Ambivalenz zwischen dem Wissen, nur ein vorübergehendes PhƤnomen im Kosmos und Ā dennoch als Individuum wichtig zu sein, ist ein Balanceakt, den Caco mit aller Energie auf sich nimmt und der in seinem Leben oft genug mindestens zum beinahe Absturz geführt hat. In seiner künstlerischen Arbeit kann er ihn so fassen, dass das Bild oft mehr als gefasst wirkt. Dies führt in vielen Arbeiten zu einem nahezu zwanghaft erscheinenden Pointillismus, wie eine Art Festklammern an einer ƤuĆeren Struktur, da, wo sie im Inneren fehlt. āMein Leben ist chaotisch, darum muss meine Kunst ordentlich sein.ā (Caco, 1998)
Die Beziehung zum Kosmischen wird oft dann besonders wesentlich, wo das eigene Leben wenig VerlƤsslichkeit und ƤuĆeren Halt bietet. Im Bewusstsein darüber, dass es weder einen zeitlichen, noch rƤumlichen Fixpunkt im Universum gibt, sieht Caco seine Arbeit als Versuch an, Zeitzeuge des Augenblicks zu sein.
Sehr geehrte Damen und Herren, Kollegen, liebe Fam. Hoster, ich begrüĆe sie sehr herzlich. Wir alle sind mal wieder Cacos Ruf gefolgt. Er ist nach wie vor unwiderstehlich. Es sind auch wie immer viele Frauen dabei. Obwohl die Quote niedriger als sonst ist, wie ich meine, festzustellen. Ich hoffe, das gibt keinen Anlass zu Besorgnis Caco? Nun ja, gerade wir Frauen sind an diesem Sonntag gerne hier. HieĆ es doch bis vor kurzem noch āKinder Küche Ā Kircheā, so heiĆt es jetzt: āKünstler Küche Kartoffelbreiā man sieht, der Fortschritt lƤsst sich nicht aufhalten. Künstler und Kochen. Man sagt ja, die Bildhauer seien die besseren Esser, also auch die besseren Kƶche, wƤhrend die Maler die besseren Trinker wƤren. Wir werden dies heute einmal genauer beobachten kƶnnen.
Vorwort zum Katalog zur Ausstellung des BBK in der Friedenskirche Krefeld
Künstler im VerbandExkurs über die Beziehung Individuum und Gruppe und den Umstand, das wir alle gleich ungleich sind.
Vorwort Katalog Kaumanns, Mankat, Mischke
āDie Rechte des Menschen orientieren sich an seinen Bedürfnissen und diese sind, bedingt durch seine biologische Ausstattung, in vieler Hinsicht gleich, sodass sie sich leicht in Worte fassen lassen, wie es ja beispielsweise mit der Formulierung der Grundrechte so gut gelungen ist, dass sie von einem groĆen Teil der Weltbevƶlkerung kaum infrage gestellt werden.
Die Gleichheit der Grundbedürfnisse mit den sich daraus ergebenden Grundrechten, steht nicht im Gegensatz, sondern ist Eins mit der menschlichen Eigenschaft der Individualität, die ihn physisch und psychisch durchdringt und ständig nach Ausdruck sucht.
Hierin liegt eine der Ursachen der Anziehung der Menschen untereinander. Es ist das Wissen um die eigene Besonderheit und die des Andern. Das dadurch entstehende vitale Interesse an der anderen Person lebt von der wechselseitigen Botschaft: āIch bin anders als duā und der immer wieder gespannten Frage: āwie bist du?.ā
Ich begrüĆe sie sehr herzlich zu dieser Ausstellung Ā im Xantener Rathaus und freue mich ganz besonders gerade hier sprechen zu kƶnnen, denn diese Niederrheinische Stadt mit dem X am Anfang ist mir, die ich aus Essen komme von Kindheit an vertraut über meine GroĆmutter, die immer mal wieder mit Stolz erwƤhnte, dass ihr Ur Ur UrgroĆvater, also mein UrUrUrgroĆvaterĀ StadtbaumeisterĀ von Xanten gewesen sei, und es gƤbe auch noch eineĀ BoeckhorststraĆeĀ in Xanten, nach ihm benannt. Vielleicht kann mich da jemand aufklƤren, ob es diese StraĆe noch gibt.
Katalogtext Ausstellung Rathaus Xanten
Ich finde es doch sehr beeindruckend, dass sich nach 4 oder 5 Generationen nun der Kreis der kulturellen BeschƤftigung wieder schlieĆt und ich hoffe nur, dass meinem Uropa, sollte er jetzt herabschauen, die Arbeiten auch gefallen.
Denn die Zeiten haben sich geƤndert u.A. hinsichtlich der Vielfalt der künstlerischen Mƶglichkeiten, die es sicherlich zu seiner Zeit nicht in dem MaĆe gab. allein in dieser Ausstellung an der nurĀ 35 KünstlerĀ teilnehmen, gibt es ein groĆesĀ Spektrum Stielrichtungen,Ā und Techniken. Der Künstler hatĀ viel FreiheitĀ in den Mƶglichkeiten sich auszudrücken aber dieseĀ Freiheit verlangt ihm auch viel ab. Er muss sichĀ entscheidenĀ und er brauchtĀ Disziplin. Ebenso muss der Betrachter von Kunst sich mit einer z.T. Verwirrung stiftenden Vielzahl vonĀ AusdrucksmƶglichkeitenĀ zurechtfinden.
Da wir gleich die Stadt für den Ankauf einer Arbeit beraten sollen, möchte ich ganz nur zwei Kriterien nennen, nachdem man über Kunst befinden kann.
Und hierzu mƶchte ichĀ 2Ā weitereĀ alte MƤnnerĀ hinzuziehen ,,Ā 2 Pablos: einmal den schon auf der Einladung zitierte PabloĀ PicassoĀ āKunst wƤscht den Staub des Alltags von der Seeleā und PabloĀ NerudaĀ āDer Künstler soll seiner Heimat verbunden seinā Ich beginne mit Neruda: āder mƶchte, dass sich der K.Ā seiner VergangenheitĀ bewusst ist, nicht nur seiner persƶnlichen sondern auch denĀ Traditionen seiner Heimat, um die Sprache auch die vergangene Sprache der Kunst zu kennen. Nur dann kann die Kunst, die er selbst schafft, den Staub des Alltags von der Seele waschen, weil sie nƤmlichĀ neuĀ und authentisch ist, die Aussage dieses Künstlers inĀ hier und jetztĀ und inĀ seiner Zeit.: